Die Düsseldorfer Unterhalts- Tabelle ist kein Gesetz. Gibt es wirklich erhebliche Neuerungen bei der Düsseldorfer Tabelle?

50 Jahre Teilverzicht auf Kindesunterhalt: 50 Jahre Düsseldorfer Tabelle, 50 Jahre verordneter Unterhaltsverzicht. Ein Gesetz, was kein Gesetz ist! Die Medien schreiben über die Düsseldorfer Tabelle von Gesetze und Urteile, die aber keine sind! 50 Jahre Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle. (Richterin Marianne Breithaupt – ISBN 978-3-8329-7351-3) Die Düsseldorfer Tabelle wird vom Kopf auf die Beine gestellt! Andere melden uns, endlich wird die erste Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle so viel Einkommen zugrundegelegt, dass der geforderte Mindestunterhalt auch gezahlt werden kann. – Es ändern sich die Zahlbeträge und der Bedarfskontrollbetrag. Im Vergleich zu 2017 werden Alimentenzahler/Innen leicht entlastet.

Die veränderte Düsseldorfer Tabelle schreibt ab 1.1.2018 neue Unterhaltssätze fest. Die Unterhaltsätze sinken moderat – siehe Tabelle als Anlage. Die unterste Einkommensgruppe – „bis 1500 EURO“ – wurde gestrichen. Die Einkommensgruppe 1 beginnt bei 1900 EURO, wurde also um 400 EURO angehoben. Mit diesem bereinigten Nettoeinkommen ist es dem Unterhaltspflichtigen jetzt möglich den entsprechenden Mindestunterhalt der dritten Altersstufe für zwei Kinder zu zahlen, was bisher faktisch nicht der Fall war. Der notwendige Eigenbedarf bleibt weiterhin bei 1080 Euro für Erwerbstätige, 880 EURO für Nichterwerbstätige. Die Unterhaltsbeträge der jungen Erwachsenen ab 18 Jahren blieben gleich. „Wir begrüßen die Anpassungen grundsätzlich. Die Düsseldorfer Tabelle wurde vom Kopf auf die Füße gestellt. Wir kritisieren, dass der notwendige Eigenbedarf der Unterhaltspflichtigen seit vier Jahren nicht angehoben wurde“, kritisiert ISUV-Pressesprecher Josef Linsler.

Hintergründe – gut zu wissen: Entscheidend für Alimentenzahler/Innen sind die Zahlbeträge, d. h. die Beträge der Düsseldorfer Tabelle minus hälftiges Kindergeld. Im Vergleich zu 2017 ergeben sich Unterschiede beim Mindestunterhalt: in 2017 in den Altersstufen 264 – 317 – 387 EURO, jetzt entsprechend 251 – 301 – 370 EURO. Beachtlich ist auch, dass der sogenannte „Bedarfskontrollbetrag“ angehoben wurde. „Wir werten das als ein Signal, dass ein den Mindestunterhalt übersteigender Bedarf erst besteht, wenn der angemessene Eigenbedarf des bzw. der Alimentenzahlerin gesichert ist. Ist dies nicht der Fall, kann nie mehr als der Mindestunterhalt gefordert werden“, hebt Pressesprecher Josef Linsler hervor. Kindesunterhalt trägt in den unteren Einkommensgruppen wesentlich zum Haushaltseinkommen bei. Insofern wird verständlich, warum so heftig um den vollen Kindesunterhalt gestritten wird. Zwei Drittel der Unterhaltspflichtigen können nicht mehr Unterhalt zahlen als in der ersten Einkommensgruppe gefordert wird. Wer 2000 EURO bereinigtes Nettoeinkommen hat, muss 3230 EURO brutto verdienen. Dies wird oft nicht beachtet.

Neuerungen beim Kindesunterhalt: SUV – Kompetenz im Familienrecht seit über 40 Jahren. Der ISUV vertritt als größte deutsche und überparteiliche Solidargemeinschaft die Interessen von Bürgern, die von Trennung, Scheidung und den damit zusammenhängenden Fragen und Problemen betroffen sind. ISUV ist unabhängig, bundesweit organisiert und als gemeinnützige Organisation anerkannt.

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