Jenische, eine Vergessene Minderheit tritt an die Öffentlichkeit – Internationales Jenisches Kulturfest in Singen.

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RRRedaktion für Sie wieder mit dabei: Die Unsichtbaren – Das vergessene Volk – Diskriminierte Minderheit. Jenische? Nie gehört? Eine reisende Minderheit, über die nicht viel bekannt ist, kämpft in Baden-Württemberg um ein eigenes Kulturzentrum. Dreitägiges Programm für die ganze Bevölkerung – Minister Guido Wolf ist Hauptredner beim Empfang. Seit vielen Jahrhunderten leben die Jenischen in Deutschland, und sind doch nie anerkannter Teil der Gesellschaft geworden. Als „vergessene Minderheit“ ist das ursprünglich fahrende Volk bis zum heutigen Tag mit Vorurteilen konfrontiert und vielerorts benachteiligt. Der Förderverein für die Jenischen und andere Reisende e.V. möchte dies nun ändern. Mit Unterstützung der Stadt Singen findet deshalb vom 5. Bis 7. Mai 2017 in Singen am Hohentwiel das Internationale Jenische Kulturfest 2017 statt. „Ziel der Veranstaltung ist es, das vielfältige Leben der Jenischen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ein Kennenlernen zu ermöglichen und wechselseitige Vorurteile abzubauen“, so Dirk Kreischer, 1. Vorsitzender des Fördervereins. Langfristig strebt der Verein die Schaffung eines Jenischen Kulturzentrums an, das als Anlaufstelle für soziale und kulturelle Angelegenheiten dient. Singen ist ein Zentrum des Jenischen Lebens, mehr als 800 der rund 47.000 Einwohner der Stadt sind jenischer Herkunft. Die Ausrichtung eines internationalen Jenischen Kulturfestes ist ein Novum für eine deutsche Stadt. Entsprechend breit gefächert ist auch das Programm angelegt. Sinti, Roma in Ravensburg. Wenn die Straße ruft! Der Unterschied zwischen den Roma, Sinti und den Jenischen! LS_50366

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Mit Sprache schafft man Realität: Das Gespräch ist die Lebensluft einer jeden funktionierenden Demokratie. Bei einem Empfang am Freitag, den 5. Mai 2017 waren neben internationalen Gästen aus der Schweiz, Österreich, Frankreich und den Niederlanden auch Vertreter aus Wirtschaft und Kultur anwesend. Die RRRedaktion im Gespräch mit dem Minister. Hauptredner war der Minister der Justiz und für Europa, Guido Wolf, (CDU). Es war eine hervorragende, vor allem eine sehr menschliche Rede, die man sich auch bei den Sinti und Roma in Ravensburg wünschen würde. Ein Weg der Anerkennung für Menschen und für Minderheiten fehlt leider in Ravensburg, man zeigt immer mehr soziale Kälte und Machtmissbrauch. Auch der Oberbürgermeister der Stadt Singen, Bernd Häusler, hat in seiner Rede die Gesellschaft angesprochen und sie zur gegenseitigen Wertschätzung aufgefordert. Wenn die Gesellschaft zusammenrücken soll, dann sollte es auch keine Unstimmigkeiten in den politischen Parteien des Gemeinderates geben, die sich für ein Kulturzentrum der Jenischen bisher sperren. Gottseidank, 2017 ist Bundestagswahl! Man kann nur hoffen das der Gemeinderat in Singen die Worte, die Botschaften vom OB und vom Justizminister Wolf am Festauftakt verstanden haben, denn nach einer solchen Rede sollten jetzt Taten folgen, dann erst waren die guten Worte auch ehrlich gemeint! LS_50352 LS_50353 LS_50356 LS_50357  LS_50358  LS_50359 LS_50360 LS_50361 LS_50362 LS_50365 LS_50367

B. Stieber

Die Vertreibung: Jenische wurden in Deutschland psychisch vernichtet, sie mussten durch Behördenschikanen das Land verlassen, sie haben sich trotzdem ihre gestohlene Identität zurückerobert, sie kehrten zurück, ihre grenzüberschreitende Lebensweise hat die Schweiz inzwischen anerkannt. Am Samstag den 6. Mai wird auf dem Rathausplatz in Singen ein buntes Programm für die ganze Bevölkerung geboten, das von musikalischen und kulturellen Beiträgen über Vorführungen traditioneller Handwerke und einem Bootsch-Turnier bis zu einer reichhaltigen kulinarischen Auswahl alles zu bieten hat. Am Sonntag, den 7. Mai findet ebenfalls auf dem Rathausplatz ein gemeinsames Familien-Frühstück statt, an das sich in der Stadt der verkaufsoffene Sonntag mit Leistungsschau anschließt. Der Film „Nebel im August“ muss man gesehen haben! LS_50352

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